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Aus der Idee eines Mannes wurde die größte Hilfsorganisation weltweit
Das Deutsche Rote Kreuz gedenkt gemeinsam mit Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble der Schlacht von Solferino Vor 150 Jahren wurde der Schweizer Kaufmann Henry Dunant Augenzeuge unermesslichen Leids. Seine Reise durch Norditalien sollte sein Leben verändern. Durch Zufall geriet er in die Schlacht von Solferino. Sterbende und Verwundete wälzten sich flehend nach Hilfe im Dreck. Eine grauenvolle Szenerie. Erschüttert, aber nicht zögernd wagte Dunant den Unterschied. Mit dem Ruf „Tutti fratelli“ (Alle sind Brüder) sammelte er die Opfer der Schlacht ein und versorgte sie – egal ob Verbündete oder Feinde. Heute wissen wir, dass aus dieser Idee die größte Hilfsorganisation der Welt geworden ist.
Dieses historischen Ereignisses gedachte der DRK-Landesverband Hessen am 23. Juni 2009 im Biebricher Schloss in Wiesbaden. Bewegend, informativ und abwechslungsreich beleuchteten die Redner die Streitschrift Dunants, die Wahrnehmung durch seine Zeitgenossen und die Wirkung des Roten Kreuzes bis in die Gegenwart. Unter Ihnen Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, der in seiner Festrede besonders die Humanität hervorhob. Sein Wunsch ist es, anlässlich so grausamer Erfahrungen, die bis in unsere heutige Zeit hineinragen, Hoffnung für mehr Menschlichkeit zu schöpfen. Ob in Kriegsgebieten oder bei nationalen Naturkatastrophen und Unglücksfällen, das Rote Kreuz ist herausragendes Symbol für Humanität, Solidarität und Nächstenliebe und ermutigt andere durch sein Vorbild. Mit den Worten „Krieg schlägt Wunden, Humanität verbindet“, dankte Schäuble der Arbeit des Roten Kreuzes und schätze die Rolle als Nationale Hilfsgesellschaft und Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege. „Ohne Ihren Beitrag würden in Deutschland Gesundheitsfürsorge, soziale Dienste, Rettungsdienst und Katastrophenschutz nicht funktionieren“, so Schäuble.
Die DRK-Landespräsidentin Hannelore Rönsch erläuterte in Ihrer Rede das Leitwort des Roten Kreuzes als Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen in der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, Opfern von Konflikten und Katastrophen sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen unterschiedslos Hilfe zu gewähren, allein nach dem Maß ihrer Not. Dabei ist insbesondere auch die Verbreitung des humanitären Völkerrechtes eine wichtige Aufgabe, die nur durch "Beharrlichkeit, schlichte Strukturen und ein gut funktionierendes internationales Netzwerk“ möglich ist.
Besonders bewegend wurde es, als der Wiesbadener Schauspieler Bernd Ripken aus dem Werk Dunants „Eine Erinnerung an Solferino“ vorlas und die brutalen Eindrücke von Krieg und Grausamkeit durch Kriegsbilder aus dem Film „Henry Dunant – Mensch unter Menschen“ vor Augen führte. Zu Recht bezeichnete der Historiker Prof. Dr. Jürgen Angelow die Schlacht in Solferino als „eine der blutigsten Schlachten überhaupt“.
Musikalisch untermalt wurde die von Claus Seibel moderierte Gedenkveranstaltung von dem Musiker Sonny Thet, dem es mit dem Cello gelang, eine sehr eindringliche Atmosphäre für die Veranstaltung zu schaffen. Unter den 150 Gästen waren auch Sozialminister Jürgen Banzer, DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg und Ehrenpräsident Rudi Schmitt.
26.06.09
AL




