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Rotes Kreuz trauert um Dr. Richard Munz
Marburg/Wiesbaden, den 2. Juli 2010
Völlig überraschend ist am Donnerstag, dem 1. Juli Dr. Richard Munz in seinem Quartier im mobilen Rotkeuz-Hospital in Haiti tot aufgefunden worden. Das Team des Krankenhauses geht von einem unerwarteten, aber natürlichen Tod aus. Mit Richard Munz verliert das Rote Kreuz einen engagierten Mitstreiter für die humanitäre Idee, einen erfahrenen Katastrophenhelfer und einen Freund.
Seit Richard Munz, geb am 28.4.1953 im Weinstädtchen Besigheim, 1992 das erste Mal für das DRK nach Somalia ging, hat er die Organisation mit seinen Erfahrungen und Ideen immer wieder bereichert und belebt. Im gleichen Jahr nahm er auch seine hauptberufliche Tätigkeit als Notarzt im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf, die er – unterbrochen von Auslandseinsätzen – bis zu seinem Ableben ausübte. Über viele Jahre unterstützte er zudem als Leitender Notarzt den Landkreis Marburg-Biedenkopf und war zuletzt auch als Kreisverbandsarzt des DRK Kreisverbandes Marburg tätig.
Richard Munz hatte die Opfer von Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen immer fest im Blick. Ob nun nach dem verheerenden Tsunami in Asien, nach dem Krieg in Süd-Ossetien zwischen Russland und Georgien 2009, dem Erdbeben auf Sumatra 2009 oder jetzt im Bemühen, für das Rotkreuz-Hospital auf Haiti durch zähe Verhandlungen einen neuen hurrikansicheren Standort zu finden.
Durch seine weltoffene Art und Einsatzbereitschaft war Richard Munz nicht nur beim DRK ein geschätzter Kollege für Katastropheneinsätze, er war auch für das IKRK und das Norwegische Rote Kreuz im Einsatz. Seine Leistungen wurden im Jahr 2003 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande gewürdigt.
Dr. Munz’ Interesse galt immer auch dem effizienten und sinnvollen Einsatz von Hilfe und Hilfsgeldern. Er schrieb 2007 das Buch "Im Zentrum der Katastrophe", das umfassend darstellte, was kompetente, nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe ausmacht und was man unter einer "Fallschirm-Organisation" versteht, die nur nach Medieninteresse handelt. Er hatte vor, noch viele Bücher zu schreiben. Richard Munz war an der Ruhr-Universität Bochum engagiert als Lehrbeauftragter für "Internationale Humanitäre Hilfe" im gleichnamigen Master-Studiengang. In einem Projekt wollte er ein System vermitteln, das die "vergessenen Regionen" der Erde mit ihrem alltäglichen Elend, dem Hunger und den Seuchen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.
In der aktuellen Kampagne des DRK heißt es: „Idealisten wollen die Welt verbessern, nicht den Status Quo verwalten.“ Dieser Satz trifft genau das, was die Arbeit von Dr. Richard Munz auszeichnete und so wertvoll macht – auch über seinen Tod hinaus. Das DRK wird ihm ein würdigendes Andenken bewahren.
Dr. Richard Munz hinterläßt Frau und drei Kinder.
Die Gedenkfeier findet am 22. Juli 2010 um 14.00 Uhr in der Marburger Stadthalle statt.




