DRK Hessen legt Klimastrategie mit Referenzcharakter vor
Das DRK Hessen veröffentlicht seine Klimastrategie – unter anderem mit einem bundesweiten Pilotprojekt in hessischen Rettungswachen.
Anlässlich des Welttags zur Reduzierung der CO₂-Emissionen am 28. Januar, den die Vereinten Nationen aufgrund des weltweit steigenden CO₂-Gehalts eingeführt haben, veröffentlichen wir die Klimastrategie des DRK Landesverbandes Hessen:
Das DRK Hessen hat eine umfassende Klimastrategie erarbeitet, die durch das Klimaprogramm des Bundesverbandes gefördert wurde. „Die Klimakrise bedroht die Gesundheit der Menschen – auch hier in Deutschland. Klimaschutz ist also Prävention ‒ “, sagt Landesgeschäftsführer Nils Möller „und die Wohlfahrt kann Klimaschutz nicht ‚nebenbei mitmachen‘. Er muss endlich Teil der sozialen Daseinsvorsorge werden!“
Ziel der Klimastrategie „Agenda pro Klima“ ist die Reduzierung von Treibhausgasemissionen bis hin zur langfristigen CO₂-Neutralität, der Aufbau nachhaltiger Prozesse und die Sensibilisierung aller Stakeholder. Die Strategie basiert auf einem Klima-Audit, das die CO₂-Fußabdrücke von über 100 DRK-Einrichtungen in Hessen erhoben hat – darunter Rettungswachen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten sowie Geschäfts- und Verwaltungseinheiten. Aus den Daten lässt sich ablesen, wie groß der Beitrag typischer DRK-Einrichtungen zur Reduktion von CO2-Äquivalenten ist, wo die Ansatzpunkte liegen und in welcher Reihenfolge entsprechende Maßnahmen durchgeführt werden sollten, um den größten Effekt zu erzielen. Deshalb hat die hessische Klimastrategie auch Referenzcharakter für den Gesamtverband.
Auf dem Weg zu ökologischer Nachhaltigkeit und Klimaneutralität
Dass Stationäre Senioreneinrichtungen am meisten Emissionen verursachen, liegt zunächst daran, dass hier viele Menschen wohnen und versorgt werden. Die größten Ansatzpunkte zur Verbesserung der CO²-Bilanz liegen in der Verpflegung sowie in der energetischen Versorgung der Gebäude, insbesondere wenn diese schon älter sind. „Heimbewohner können selbst nicht dazu beitragen, die Emissionen ihres Pflegeplatzes zu reduzieren. Hier gilt es, nicht länger den Mangel zu verwalten und mit Rückhalt der Kostenträger moderne Lösungen anzustreben“, sagt Möller.
Bundesweiter Pilot für Rettungswachen
Auch die Rettungswachen zählen zu den großen Emittenten im DRK. Erstmals und bislang einzigartig im Bundesgebiet wurden in dem Projekt mithilfe des Dienstleisters NiNo GmbH Rettungswachen spezifisch bilanziert, und zwar äußerst detailliert bis in den sogenannten Scope 3 des Greenhouse Gas Protocols. Das bedeutet, dass nicht nur die gängigen Emissionen wie Heizung und Strom (Scope 1 und 2) erfasst wurden, sondern auch indirekte Emissionen in Scope 3, der z.B. auch Materialverbräuche erfasst. Die Bilanzen der Rettungswachen identifizieren als einen relevanten Stellhebel die Anreise der Mitarbeitenden zur Arbeit. Dennoch gilt auch hier: die Kostenträger müssen Mittel bereitstellen, um den Umstieg der Einsatzfahrzeuge auf E-Mobilität zu ermöglichen.
Klimafreundliche Mobilität ist im gesamten DRK ein relevantes Arbeitsfeld, auch für DRK-Geschäftsstellen. Kitas unterdessen können mit angepassten Verpflegungskonzepten und durch Heizungsmodernisierung besonders wirksam werden.
„Der nächste Schritt wird sein, das große Arbeitsfeld Klimaschutz im Detail in unseren Fachbereichen und Arbeitskreisen zu verankern, um die Einrichtungen vor Ort bestmöglich im Transformationsprozess zu unterstützen“, resümiert Möller.
Weitere Informationen und der vollständige Abschlussbericht sind hier auf der Website des DRK Hessen abrufbar...